Geschichte

Wikingerschiffe Roskilde

Nicht immer waren die Beziehungen Dänemarks zu seinen Nachbarn im Norden und Süden so gut wie in heutiger Zeit. Oft genug kam es im Laufe der Geschichte zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Als brandschatzende Seeräuber waren dänische Wikinger vom 9. bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts an den Küsten Westeuropas gefürchtet. Besonders die Britischen Inseln, aber auch Frankreich, Portugal und selbst Italien hatten unter den Beutezügen der ungebetenen Besucher zu leiden. In ihrer Heimat begann im 9. Jahrhundert unter König Godfred, dem ersten historisch bekannten Wikingerkönig, der Bau der Grenzwälle, des Danewerk, gegen die nach Jütland vordringenden Franken. Nachdem die dänischen Kleinkönigtümer im 10. Jahrhundert durch König Gorm den Alten zu einem Gesamtstaat geeint und von Harald "Blauzahn" zum Christentum bekehrt worden waren, begann die Zeit der Expansionspolitik. So gerieten Teile Englands, Holstein, Hamburg und Lübeck sowie Mecklenburg, Pommern, Rügen und Estland zeitweise unter dänische Herrschaft. Unter Margarete I. (1353-1412) wurde durch die Kalmarer Union von 1397nahezu ganz Skandinavien der dänischen Krone untertan.

Doch mit dem schwedischen Unionsaustritt 1523 begann der langandauernde Konflikt um die politische Führung im Ostseeraum, in dessen Verlauf Schweden die Vorherrschaft gewann, während Dänemarks Macht mehr und mehr schrumpfte. Mitte des 17. Jahrhunderts verlor es seine Ostprovinzen, das heutige Südschweden, 1814 auch die Herrschaft über Norwegen und 50 Jahre später die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. 1920 fand jedoch nach den Vereinbarungen des Versailler Vertrags eine Volksabstimmung statt, der, entsprechend dem Votum der Bevölkerungsmehrheit Nordschleswigs, eine Grenzkorrektur zugunsten Dänemarks folgte.

Während des Zweiten Weltkrieges, als Dänemark trotz erklärter Neutralität von deutschen Truppen überfallen und besetzt wurde, gewann Island seine Unabhängigkeit, und nach Kriegsende erhielten Grönland und die Färöer weitgehende Autonomie.

Christian IX

Von dem einst so mächtigen Königreich ist den Dänen nicht viel übriggeblieben, doch ihr Nationalbewusstsein wurde dadurch nicht getrübt. König Christian IX (1818-1906) und Königin Louise (1817-1898), deren 6 Kinder in bedeutende europäische Fürstenfamilien einheirateten, gelten als die "Schwiegereltern Europas". Überall leuchten einem die dänischen Landesfarben entgegen, und überall spürt man die starke Verbundenheit der Menschen mit ihrem Land. Die große Popularität von Königin Margarete II. (* 1940), die 1972 die Nachfolge ihres verstorbenen Vaters antrat, trägt entscheidend dazu bei, dass das System der parlamentarischen Monarchie von der eindeutigen Mehrheit der Bevölkerung befürwortet wird.

Die politische Macht des Monarchen wurde schon 1849 durch eine liberale Verfassung beschränkt, die die höchste Gewalt des Landes fortan in die Hände des gewählten Parlaments, des Folketing, legte.

Kopenhagen

Die kleine Meerjungfrau

Einst Mittelpunkt einer ausgedehnten Ostseemacht, heute an der Peripherie eines kleinen Königreiches gelegen, ist Kopenhagen dennoch unbestritten politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Dänemarks. Und so wie Dänemark ein wenig verspielt und ungezwungen erscheint, so wirkt auch seine Hauptstadt. Der Individualismus, die Toleranz, die Heiterkeit und Vitalität sowie die schöpferische Kraft der Dänen prägen die Atmosphäre der Stadt. Das architektonische Gesamtbild, aber auch das Flair einer allen Traditionen zum Trotz jung wirkenden Weltstadt machen den Charme Kopenhagens aus.

Von der Händlersiedlung zur Hauptstadt

Wappen Kopenhagen

Verfolgt man die Entwicklung der Stadt zurück, so findet man am Anfang eine kleine Fischer- und Händlersiedlung am Öresund. 1167 erhielt Bischof Absalon aus Roskilde dieses Fleckchen Land von König Waldemar I. geschenkt. Er erkannte die strategisch gute Lage und sicherte die Überfahrt nach Schweden durch den Bau einer Burg, die die kleine Siedlung vor Seeräubern schützte. Damit war eine wichtige Voraussetzung für die Ausweitung von Handel und Verkehr geschaffen. Aus dem schlicht "Havn" genannten Ort wurde bald "Købmandens Havn", also Kaufmannshafen, und schließlich das heutige København. Als die Hanse erkannte, dass sich hier eine unliebsame Konkurrenz entwickelte, zerstörte sie 1369 Burg und Siedlung. Doch die Gunst der Lage ließ sich damit nicht beseitigen. Schon 1416 wurde die wiederaufgebaute Siedlung Residenz des Königs, und 1443 musste Roskilde offiziell die Hauptstadtfunktion an Kopenhagen abtreten.Eine bemerkenswerte Blüte erlebte die Stadt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts unter der Regentschaft König Christians IV. Aus seiner Zeit stammen etliche der schönsten bis heute erhaltenen Gebäude der Stadt, darunter die Börse mit dem kurios aus stilisierten Drachenschwänzen verzwirbelten Turm, die Holmenskirche und Schloss Rosenborg in dem typischen, von der niederländischen Architektur beeinflussten Renaissancestil.

Epidemien, Feuer und Krieg

Kopenhagens Geschichte spiegelt sich auch in der Not und im Elend eines Großteils der Einwohner wider: Im 18. Jahrhundert verlor durch Epidemien rund ein Drittel der auf engstem Raum wohnenden Bevölkerung das Leben. Durch Feuersbrünste versank fast die gesamt Altstadt in Schutt und Asche. Was davon übrig blieb oder neu aufgebaut wurde, wurde 1807 zum Teil durch Beschuss englischer Kriegsschiffe erheblich zerstört. Mit dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts zogen viele Menschen aus den ländlichen Gebieten nach Kopenhagen. Der Platz innerhalb der alten Befestigungsanlagen reichte bald nicht mehr aus. Nachdem diese geschleift worden waren und das Glacis zur Bebauung freigegeben war, dehnte sich die Stadt zunächst entlang der Hauptausfallstraßen aus. Die Brücken, die nach Westen, Norden und Osten über die früheren Befestigungsgräben führten, wurden namengebend für die Vororte Vesterbro, Nørrebro sowie das "vornehmere" Østerbro. Zum Teil saniert und modernisiert, werden diese Viertel heute überwiegend von Arbeitern, alten Menschen oder Studenten bewohnt.

Die dänischen Könige

Die Liste der Könige über die Färöer weist von 1380 bis heute die gleichen Könige auf wie diese Liste der dänischen Könige.

Bei den Königen vor Gorm dem Alten muss davon ausgegangen werden, dass es sich nicht um „Könige“ im heutigen Sinne handelte, sondern um regionale Häuptlinge, deren Einfluss auf ihre Gefolgschaft sehr begrenzt war.

Geschlecht der Skioldinger

Als erste Regent dieses Geschlechts wurde Angantyr erstmals im Jahre 695 n. Chr. urkundlich erwähnt

Die Olaf-Dynastie

In dieser Dynastie wird Olaf der Dreiste erstmals 925 n. Chr. erwähnt

Die Jelling-Dynastie

Gorm den gamle

Gorm der Alte, † 958, gilt als erster König Dänemarks und wird 936 erwähnt - König von Dänemark
Harald I. Blauzahn 958–986 König von Dänemark, Norwegen
Magnus I. den Gode der Gute 1042–1047 König von Dänemark, Norwegen, der letzte dieser Dynastie

Haus Estridsson

Sven Estridsson regierte von 1047–1076 als erster des Hauses Estridsson
Sven, Knut V. als letzter seiner Dynastie regierte von 1147 – 1157 mit
Waldemar I. den Store der Große

Haus Estridsson, Waldemare

Waldemar I. den Store der Große 14. Januar 1131; † 12. Mai 1182, regierte von 1157–1182 alleine und war der erste der Waldemar Könige
Waldemar IV. Atterdag Andertag, um 1321; † 24. Oktober 1375, 1340–1375 letzter Waldemar König

Folkunger

Olaf II. Dezember 1370; † 23. August 1387 1376–1387 König von Dänemark, Norwegen
Margarethe I. 1353; † 28. Oktober 1412 1387–1412 Königin von Dänemark, Norwegen, Schweden

Greifen

Erik VII. Erich der Pommer ca. 1382; † 1459 1412–1439 König von Dänemark, Norwegen und Schweden, Herzog von Pommern-Stolp

Wittelsbacher

Christoph III. von Bayern 16. Februar 1416; † 6. Januar 1448 1439–1448 König von Dänemark, Norwegen, Schweden

Oldenburger

Königin Margrethe II

Christian I. von Oldenburg Februar 1426; † 21. Mai 1481 1448–1481 König von Dänemark, Norwegen, Schweden, Herzog von Schleswig und Holstein
Friedrich VII. 6. Oktober 1808; † 15. November 1863 1848–1863 König von Dänemark, Herzog von Schleswig und Holstein

Holstein-Sonderburg-Glücksburger (Haus Oldenburg)

Christian IX. 8. April 1818; † 29. Januar 1906 1863–1906, ging als der Schwiegervater Europas in die Geschichte ein
Margrethe II. 16. April 1940 seit 1972